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2017 | Texte & Bilder aus "Fluchtpunkt sein"

Jede Woche neu!

Jeden Sonntag Vormittag finden Sie hier
einen neuen Text, ein Gedicht, eine Miniatur von Markus Roentgen 
und Bilder von Bernd Schermuly aus dem Buch „Fluchtpunkt sein“.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.
Im Fußbereich der Seite können Sie die neuen Gedichte per Email abonnieren.

„Fluchtpunkt sein“

Alle Gedichte aus „ LIEBEN“

Versöhnung

Tief im Graben, Dein verstricktes Leben sündig-zu, kaputt, vergeben Gottes Herz, wundlieb durchbrochen bricht Dich auf, ins Freie, lebensoffen.

Bedürftig

-„ Seht, der kann sich selbst nicht regen, / durch den alles ist und war“- wie G O T T je länger die Zeit reift mehr und mehr schwach und angewiesen DU wie ICH so WIR gegenseitig einander aneinander verwiesen -„entäußert sich all seiner Gewalt. / wird niedrig und gering / … / der Schöpfer...

Tischgebet

GOTT-DU Wir laden Dich, wie irgendwen, zu Gast an unseren Tisch, dass wir voll Dank jetzt gut im Nächsten-Fernsten Dich ergründen. Die Augen auf, die Sinne weit, dass wir Dich finden, in Wasser, Brot und Wein, in Frucht und Fleisch und Salz und Fisch.

Taufe

endlich untertauchen unendlich erscheinen

Kundschafter

ich trage den alten Rucksack und weiß nicht genau wohin ins Offene, bunt-karg gewagt ahne, dass ich getragen bin.

Löse

das Band zur Wurzel schneide Dich ein ins Gedächtnis all- ein

Philosophische Miniatur

Leben Fristen Weiten enden öffnen u n d wenn möglich freundlich bleiben

Zuneigung

Dein Blick sucht zart, schön zögernd wund, Du steuerst sicher fragend leicht und küsst behende, fast anarchisch scheu wie eine Katze sperrig sanft und neu.

Haltlos

halte ich am Haltlosen mich fest -als seis ein Gott-

Die Nacht

leuchtet mattschwarz wo niemand wirken kann DA s i n g e r o t unzerstörbar wie Mohn sprich endlich s p r i c h das jetzt ewig lebende W o r t leibhaftig im endlosen Grund

Verloren

die Sprache in Worten words, words, words verloren selbst das Schweigen in der Stille die es nicht gibt Blicke, Hände, Küsse Anarchismus Zärtlicher Bruchstücke allein  

Verschluckte Tränen

ihr in mir wahr haftend voller Trauer wovon rinnende nichts wissen

einsamkeit 24 hours

die nacht ist weit und darin ahnt fast kein mensch was tiere fühlen die sinne kühlen den schönen wunsch in dir verzahnt lust zweisamkeit

Auszehr

die Versehglocke läutet nicht mehr gibt das Sterben dem Tod einen Ton der zum Menschen gebildet sich formte ?

Untergetaucht

nur eine Rose gibt Licht hängt Jahr für Jahr kopfunter treu an der Wand in ihrem Bild tauchten wir auf blieben einander wir Freund

Du Winterkind

mit dem Vogelschrei Frühling herznah bleibe Dein Sehnen ist treu höre der Frost hilft den Nächten tage neu zu lindern die Knospe DU Hoffnung DEIN Kindermund seufzt unter Schmerzen gebärendes ICH lässt und findet ins Los

Dir entgegen

tritt Bläue hervor das Unabsehbare mildernd den schwarzmilchigen Horizont aufgezeichnet im Riss für das warmfarbige „Komm“ - in mir tönend punktiert fließen Triolen einer versinkenden STÄTTE hindurch und verloren wie Sterne im Raum und doch wie selten geordneter Zufall begegnetest D U

Gott

gott | leiden | LIEBEN

Der Abgrund Gottes

Der Abgrund Gottes ruft wie Du in mir voll Sehnen meinen Abgrund an; sag, ob Lieben freier, wahrer, wunder wirkend beten kann?

in allem gegenwärtig

in allem gegenwärtig durch nichts begrenzt eine ewig jetzt liebend lebendige unendliche Kugelgestalt gestaltlos antlitzreich im Blick nackter Pupillen aus Raum und Zeit in über außer Raum und Zeit an-fang- loses endlich endloses NICHT DA NICHTS DA stimmloses anhauchen Markus Roentgen Foto: Bernd Schermuly
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