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tauche zum Grunde

nimm den rubinroten Stein

wundes Glück Leben

einsam ganz mit sich

sehe, höre und schweige

mild unendlich Licht

unendlicher Horizont

grünfarben der blick

Wellenschlag

Brandung zerschlägt nicht

am Felsen lebt das Wasser

Grasdünen hoffen

Herzsage frage

was unmittelbar angeht

daran lebenslang

unveränderlich

weiselos Gott finden bloß

ewigen im Nu

auf die Stille zugehen

ins Nichterkennbar

nur horchen

macht arm flüchtige Seele?

macht Lieben lassen?

Windhauch lebt

etwas Wanderndes bin ich

in mir sucht ein DU

ausgelassen

auf die Stille zugehen

ins Nichterkennbar

nur horchen

Wolken streichen Zweigspitzen

schaue langsam hin

da - ein Kuss

du findest keine Wege

das Gehen geschieht

im Einen

Lobgesang zum Meer

feuchte Wüstenei der Welt

Würze der Seele

Aus dem Buch "Lieben"

Alle Texte, Gedichte und Miniaturen von Markus Roentgen.

Fotos und Gestaltung der Haikus sind von Bernd Schermuly.

Tür

wir kommen durch eine Tür hinein und gehen durch eine Tür hinaus und vielleicht ist es dieselbe und heißt Leben

Morgentraum

im Hohlweg grasbenarbt zu gehen langsam und von Zeit ermattet ein Schweigemeer in mir besänftigt ist mein wundzerwachtes Herz schlafnah‘ die Berge du

Lieben

Du sagtest mir ein totes Wort in Deinem Mund wird’s neu; es ist so alt und tot wie ‚Gott‘ und lebt aus Dir sich frei

Was mich leben lässt

ist DEIN Atem der anfing in mir bevor ich wusste und so und daraus auch zuerst und zuletzt Wasser und Brot und Not und Kot und das Lager und Stein, Blumen und Gräser und Baum der Blick aus dem Fenster das aufgefundene öffnende Wort die unfassliche, die herzgreifende Musik aus der Stille gehoben wie das...

Hüte das Schweigen

es braucht lange bis ein Wort so leise spricht dass niemand es je mehr vergisst

Novemberdank

Abend früh zur Nacht entrichtet Dunkelheit scheu aufgelichtet augenweit im Herbstlaubwald. Hände zartreich ausgerichtet Blicke hell im Kuss verdichtet Morgen kommt durch Dich, ach, bald.

Hoffnungs-LOS

Datenbank der Datenbanker die Manager der Zukunft lernen und lehren kühl zuschauen bis an das Herz hinan kühl kälter noch noch kälter wegducken Achsel zucken aber genau sehr genau quantifizieren sie lernen von solchen die heißen Höss oder Heydrich teilnahmslos gedankenlos fühllos so geht es los wieder und wieder die kalten Zahlen ob es ein...

Allerseelen

bedeckt | erweckt | im Wehen

Allerheiligen

jetzt endlich ewig | alles heilsam | einst | größtmögliche Hoffnung

verlagern

  sich lösen von den antworten von den fixierungen jeder art los sich öffnen für die fragen alles fragen nicht mehr vom nichts zum etwas kämpfen sondern vom etwas zum nichts lassen was geschieht absichtsfrei im jeja zum jejetzt   Markus Roentgen

Lieben

spüre DEIN HERZ aus DEINEM MUND DEINER HÄNDE zärtliche Kraft Stund um Stund wund volles Sehnen Fülle zur Zeit scheues Verlangen schmerzlich schön weit DU brennender Leib DEIN Auge inmitten DEIN Hörgang DU Seele nackt ausgesetzt bloß GOTTES Seite offene VULVA in Wasser und Blut TodesLeben aus DEINEM Phallus und Schoß   Markus Roentgen

Im Sommerwind

zwischen den Zeilen im Schweigen hinter der Sprache lese ich DICH neu wo die Worte zerfallen auf den Wegen zum DU kommt DEIN wehendes Lieben in mein Herz gestachelt gerautes fliehend findendes DU   Markus Roentgen

Gott

oder nichts geht verloren | der Kosmos aus lieben | wirkt weltherzgezogen | zum bleiben allein | das winzigste da auserkoren

Umsonst

die Rosen zwei Tage vor Abreise für lange vier Wochen der Augen nacktfeuchte Blicke der ungezählt schöne Kohlweißling am Waldsaum der üppige Lavendel und die ungepflückt verschwendeten Kirschen im Garten vorm Frühfenster im Blick umsonst dies alles was nicht zählt und nichts abwirft wie die Hand, die hält und das Kosen der Haut und das...

Sommerabgesang

Der helle Herbsttag lichtet mild den Hang, die bunten Farben sind durchgrünt und Pappelblätter flirren hellen Klang, ein roter Milan steigt, kreist, schwebt – luftversöhnt und wir darinnen, alles spricht und tönt für einen starken, langen Augenblick all-ein Gesang.   Markus Roentgen

Eingedenk

der sieben ermordeten Trappisten-Zisterziensermönche von Tibehirine (d.h. „die Gärten“) im Atlasgebirge von Algerien im Kloster Notre-Dame de l‘Atlas und der unzählig namenlos Ermordeten dort und allerort auf dem Grund und im Ziel der Zerstörungswut aus religiöser Überzeugung aus politischem Machtmissbrauch eins in Gewalt und Pervertierung Gottes zum Götzen und des Menschen zum Mörder in eigener...

Das Schweigen wagen

Das Schweigen wagen die Leere tragen zur Stille der antwortfreien Fragen

Sterbewunsch

berührt von Händen | die dann losgelassen | mich | in DIE HÄNDE | fallen lassen | grundgetragen | ewig

Das ist der Mensch

zur Schale erhoben die Hände der Seele, die ARME | dass sich erbarme | was immer ist | DU

Christophorus

das ist der Mensch | der den Gott trägt | schwerer und schwerer | der die Leiden trägt | doppelt beschwert | das ist der Mensch